Wasserwerte und Wasserchemie
Der Wildfangdiskusfisch fühlt sich am wohlsten in einem
Wasser, das dem Amazonaswasser
seines Ursprunggebietes gleicht. Dort ist die Wasserhärte sehr gering
(Gesamthärte: GH 0-3, Karbonathärte KH 0-3, der PH Wert sehr niedrig PH
4-6) und der Leitwert ebenfalls sehr gering (100-400 µs).
Unsere Diskusfische sind hingegen seit vielen Generationen an
ein härteres Wasser (Leitungs-wasser) gewöhnt. Unsere Wasserwerte in
unserer Anlage sind: Gesamthärte GH 15, Karbonathärte KH 8, PH Wert 7,
Leitwert 800 µS, bei einer Wassertemperatur von 29°-30°C. Die
wichtigsten Wasserparameter liegen bei unseren Diskusfischen in folgenden
Toleranz-bereichen: GH 0-30, KH 0-25, PH-Wert 4,0-8,3; elektrischer Leitwert
150-1200 µS. Wassertemperatur kurzfristig auf 25-35 °C.Damit
sind unsere Diskusfische für über 95 % aller Leitungswasserarten in
Europa geeignet.
Wasserchemie
Sie können Wasserwerte durch verschiedene Maßnahmen leicht
verändern, z.B. können Sie
mit einer Umkehrosmoseanlage oder einer Vollentsalzungsanlage aus Leitungswasser
nahezu destilliertes Wasser herstellen. Das bedeutet, Sie entfernen ca. 99 % der
Wasserhärte und reduzieren den Leitwert ebenfalls sehr stark auf ca. 50
µS. Dieses Wasser können Sie dann mit Ihrem Leitungswasser mischen,
bis Sie die gewünschten Wasserwerte erhalten. So können Sie ein
geeignetes Wasser für Diskuswildfänge oder für Diskuspaare, die
sich vermehren sollen, selbst herstellen.
Wie verändern sich Wasserwerte durch die Fütterung der
Aquarienfische?
Als erstes und wichtigstes möchten wir anmerken, dass sich die Wasserwerte
in einem kleinen Aquarium (Nanobecken oder Aquarium unter 150 Liter) sehr stark
und schnell ändern. In einem größeren Aquarium (180-1000 Liter)
ändern sich die Wasserwerte aufgrund des größeren Volumens
deutlich langsamer, weshalb solch ein Aquarium auch für Anfänger
geeignet ist.
Wenn Sie Ihre Fische füttern, z.B. mit unserem STENDKER-Diskusfutter, dann
erhöhen Sie den Phosphatgehalt in Ihrem Wasser, den Pflanzen und Algen
für ihr Wachstum verwenden können. Außerdem bildet sich bei einem
PH-Wert von unter 7 Ammonium und bei einem PH-Wert von über 7 Ammoniak.
Diese beiden Stoffe werden durch die Filterbakterienumgewandelt. Die Umwandlung
erfolgt erst in Nitrit und dann in Nitrat. Ammoniak und Nitrit sind Gifte, die
sich im Blut der Fische anreichern und bei hohen Konzentrationen zum Tode der
Tiere führen können.
Ein alter und gut eingefahrener Filter, der eine gut funktionierende
Bakterienkultur aufgebaut hat, sorgt immer dafür, dass Ammonium, Ammoniak
und Nitrit nahezu nicht vorhanden sind. Der Phosphat- und der Nitratgehalt
steigen hingegen langsam an und der PH-Wert fällt durch die Tätigkeit
der Bakterien. Dadurch wird ein regelmäßiger Wasserwechsel nötig,
dessen Menge und Häufigkeit direkt von der Futtermenge und Kot der Fische
abhängig ist.
Z. B. wenig Fische = wenig Futter = wenig Wasserwechsel.
Z.B. für ein 180 Liter Aquarium mit 12 Diskusfischen (10 cm) 50 Neon, 6
Welse und 4 Zwerg-cichliden, empfehlen wir 1 x wöchentlich einen
Wasserwechsel von 1/3 des Aquariumwassers.
Für die Bestimmung der hier aufgeführten Wasserwerte erhalten Sie im
Zoofachhandel geeignete Messtropfen oder Teststreifen. Diese Werte sollten
regelmäßig gemessen werden.
Messtropfen und Wasserwerte
Ammonium
bildet sich bei einem PH-Wert von unter 7, wenn der Filter noch nicht richtig
arbeitet. Eine Erhöhung dieses Wertes lässt sich durch
Futterminimierung vermeiden.
Ammoniak
bildet sich bei einem PH-Wert von über 7, ist
giftig und entsteht, wenn der Filter noch nicht richtig arbeitet. Eine
Erhöhung dieses Wertes lässt sich durch Futterminimierung
vermeiden.
Nitrit
täglich bei einem neuen Aquarium messen, bis bei voller Fütterung kein
Nitrit mehr auftritt. Danach brauchen sie kein Nitrit mehr messen. Erst wenn sich
die Filterleistung durch eine Filterreinigung oder durch einen Filterstillstand
reduziert hat, sollten Sie wieder täglich Nitrit messen (für ca. 1
Woche), um sicher zu gehen, dass der Filter wieder seine alte Leistung erreicht.
Man erkennt auch an dem Verhalten der Fische, ob der Nitritwert extrem hoch ist.
Die Tiere verweigern dann in der Regel das Futter und atmen schwer und schnell.
Dann bitte Nitrit messen und bei Erhöhung sofortiger Futterstopp und einen
90 %igen Wasserwechsel vornehmen.
Nitrat
drei oder vier Mal im Jahr vor dem Wasserwechsel
messen. Sollte er über 100 mg pro Liter liegen, wäre es besser, den
Wasserwechsel zu verstärken, um ein besseres Wachstum der Fische zu
erzielen.
PH-Wert
1 x wöchentlich messen. Fällt dieser
PH-Wert z.B. von 7,5 auf 6,0 bevor die Woche vorbei ist, wäre der
Wasserwechsel bereits zu diesem Zeitpunkt fällig, da sonst der PH-Wert und
somit der Säuregehalt in Ihrem Wasser sehr schnell fällt und bei einem
PH-Wert von 3,6 ist die Säure so stark, dass Ihre Fische sterben.
Phosphat
nur dann messen, wenn verstärktes
Algenwachstum auftritt. Dann können Sie den Phosphat-gehalt senken, indem
Sie öfter oder einen größeren Wasserwechsel vornehmen.
Gesamthärte
Wenn man sein Leitungswasser mit
Osmosewasser mischt, um Wildfänge oder Diskuszuchtpaare zu halten, sollten
Sie einmalig die Wassermischung messen, um Idealwerte zwischen 1 und 4 GH zu
erreichen.
Karbonathärte
Wenn man sein Leitungswasser mit
Osmosewasser mischt, um Wildfänge oder Diskuszuchtpaare zu halten, sollten
Sie einmalig die Wassermischung messen um Idealwerte zwischen 1 und 2 KH zu
erreichen.